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Militärdiktaturen und Widerstand in Lateinamerika


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Vortrags- und Diskussionsabend
mit Rainer Huhle und Roberto Frankenthal

Donnerstag, 23. Oktober, 19.30 Uhr
im Allerweltshaus (Körnerstr. 77-79, Ehrenfeld), Eintritt 3 €

Ab den späten 60er Jahren herrschten in einem Großteil des lateinamerikanischen Kontinents systematisch repressive Militärdiktaturen. Davon betroffen waren nicht nur die traditionell unter der Repression leidenden Bevölkerungsschichten wie Arbeiter oder Bauern. Indem sie die überkommenen politischen Institutionen radikal in Frage stellten, machten sich die Militärdiktaturen auch einen erheblichen Teil des Mittelstands, der politischen und Bildungseliten und nicht zuletzt der Kirchen zum Gegner. Aus dem Widerstand gegen die Diktaturen erwuchsen in den folgenden Jahrzehnten die lateinamerikanischen Menschenrechtsbewegungen.


Flyer als PDF: Flyer zum 23.10.08.pdf
Bericht als PDF: Bericht_23.10._mit Fotos.pdf

Im Oktober 1973 ging der Erzbischof von Santiago in das Nationalstadion von Santiago, in dem bis zu 7000 Gefangene zusammengepfercht waren und hielt eine kurze Rede: „Vielleicht kennen viele von Ihnen mich nicht. Mein Name ist Raúl Silva Henríquez; ich bin der Kardinal der katholischen Kirche. Die Kirche steht im Dienst aller, ohne Schranken. Ich stelle mich den Gefangenen zur Verfügung…“ In diesen wenigen Worten, gesprochen einige Wochen nach dem gewaltsamen Putsch der Generäle gegen die sozialistische Regierung von Präsident Allende, steckt sehr viel von dem, was in den folgenden Monaten und Jahren zu einer neuen Qualität von Menschenrechtsbewegung zunächst in Chile, und sehr bald in Lateinamerika führte.

Nach den von der chilenischen Diktatur mit inspirierten Putschen in Argentinien und Uruguay lösten die Diktaturen auch ähnlich orientierten menschenrechtlichen Widerstand aus. Neben der Ermordung zahlloser vermuteter Oppositioneller, der meist grausamste Folterhaft vorangegangen war, entwickelte sich vor allem das „Verschwindenlassen“ von politischen Gegnern zum wesentlichen Markenzeichen der argentinischen Militärdiktatur ab April 1976. Die Angehörigen dieser „Verschwundenen“ – in ihrer großen Mehrzahl Mütter und Ehefrauen – trugen den Widerstand gegen die Repression, ähnlich wie vorher in Chile, als erste ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Gefahren in die Öffentlichkeit. Als Ort wählten sie sich das symbolische politische Zentrum des Landes, den großen Platz vor dem Regierungspalast ein Buenos Aires, wo sie als „Mütter der Plaza de Mayo“ bald weltweite Aufmerksamkeit erregten.

Den Zusammenhang von Militärdiktaturen, Widerstand und Menschenrechtsbewegungen in Lateinamerika werden Rainer Huhle und Roberto Frankenthal mit besonderem Blick auf die Geschichte Chiles und Argentiniens beleuchten.

Rainer Huhle ist Mitarbeiter des Nürnberger Menschenrechtszentrums und Kuratoriumsmitglied des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Von 1997-1999 arbeitete er im Büro des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Kolumbien.

Roberto Frankenthal ist 1963 in Buenos Aires, Argentinien als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten geboren. Seit 1986 lebt er in der Bundesrepublik Deutschland. U.a. ist er freier Journalist. Zwischen 1989 und 2006 war er Herausgeber der Zeitschrift “Argentinien Nachrichten”. Heute schreibt er für die Zeitschrift “ila” und “Tangodanza” sowie für argentinische Medien.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnern für die Menschenrechte“: Geschichte und Geschichten statt und wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

V.i.S.d.P. : Adnan Keskin, Allerweltshaus Köln e.V. Tel.: 0221 – 510 30 02 www.mkll.de , www.allerweltshaus.de

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