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RAPHAEL LEMKIN-BIBLIOTHEK


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Raphael LemkinRaphael Lemkin

Begegnungsort für interkulturelle Erinnerungsarbeit

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Faltblatt_RLB_2009_print.pdf

In dem interkulturellen Stadtteilzentrum „Allerweltshaus“ soll eine „Raphael-Lemkin-Bibliothek“ gegründet werden, als zentraler Ort des Projektes.
Das Allerweltshaus verfügt bereits über eine internationale und interkulturell ausgerichtete Bibliothek (Sachbücher, Belletristik, Unterrichtsmaterialien, Fachzeitschriften, Kinder- und Jugendbücher), die von Stadtteilinitiativen bereits genutzt wird. Die Raphael-Lemkin Bibliothek soll den Bestand um die Literatur zu historisch verübten Verbrechen ergänzen, deren Spuren und Nachwirkungen in der Gegenwart im kollektiven Gedächtnis präsent sind.
Diese Raphael-Lemkin-Bibliothek soll in einem ersten Schritt aus einem künstlerisch gestalteten, mobilen und zu füllenden Bücherregal bestehen.

Raphael Lemkin (1900-1959) gilt als „Vater der Völker¬mord-Konvention“ und er ist gleichzeitig ein über¬wiegend ‚vergessener Gerechter’. Seine Person steht für:
das hartnäckige, unermüdliche Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit: Bereits seit 1930 setzte er sich für die Einführung einer internationalen Konvention zum Schutz kultureller, religiöser, rassischer Gruppen ein. Er bildete 1944 den Begriff „genocide“ und entwickelte den Entwurf der Völkermord-Konvention, die dann aber erst 1948 von der UNO verabschiedet wurde;
universelle Perspektiven: Er entstammte einer polnisch-jüdischen Familie, entwickelte aber seine völkerrechtliche Arbeit am geschichtlichen Beispiel des Schicksals der Armenier im Ersten Weltkrieg;
eine erzwungene internationale Lebenserfahrung, geprägt von Verfolgung, Krieg und Flucht: Sein Geburtsort, das Dorf Bezwodene, gehört bei seiner Geburt 1900 zu Russland, war aber ein polnisches Dorf. Er studierte Rechtswissenschaft in Heidelberg und in der ukrainischen Stadt Lwow. Nach dem Einmarsch der Deutschen nach Polen 1939 gelang ihm die Flucht nach Schweden und dann in die USA;
Trauer und Schmerz: Fast seine gesamte polnisch-jüdische Familie wurde Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden in Europa.
– für das Spannungsverhältnis von Erinnerung und Vergessen: trotz seiner völkerrechtlichen Verdienste um den Begriff „Völkermord“ und die maßgeblich auf ihn zurückgehende UNO-Konvention verstarb er 1959 völlig verarmt und ist heute weithin vergessen. Aber auch den Gedanken eines Internationalen Strafgerichtshofes verdankt die Welt Raphael Lemkin.

Ziel des Projektes ist die Förderung einer interkulturellen Kompetenz zur Verständigung über die konflikthaften Beziehungsgeschichten von Deutschen und Migranten. Das Projekt setzt einerseits auf einer lokalen Ebene an, soll aber exemplarisch internationale Kontexte aufgreifen. Damit soll es zugleich als Pilot¬projekt aufzeigen, wie eine zivilgesellschaftliche und konfliktfähige Verständigung in einer vielfältigen, multiethnischen und -religiösen Gesell¬schaft gefördert werden kann. Eine Dokumentation wird dazu beitragen, das Projekt in anderen Städte ebenfalls durchzuführen.

Gesellschaftspolitischer Hintergrund
In Deutschland leben Menschen zusammen, die einerseits Geschichte unterschiedlich erinnern und andererseits ganz verschiedene Geschichten haben. Diese Geschichtserzählungen prallen oft ohne gegenseitiges Wissen und Verständnis aufeinander, auch ohne Verständnis für die aktuelle Bedeutung, um die dabei gestritten wird, z.B. Anerkennungs- oder Identitätsfragen, vor allem, wenn es sich um weitgehend unbearbeitete Konflikt- und Gewalterfahrungen handelt oder um „nicht- zustimmungsfähige“ Geschichte oder Erinnerungskultur.

Hier geht es um die Frage, ob oder wie sich Einwanderer diese Geschichte aneignen und an der Erinnerungskultur teilhaben, die dazu in Deutschland entstanden ist. Im Zentrum steht die Geschichtskultur der in Deutschland lebenden Einwanderer. Das führt auch in Deutschland zu sehr heftigen Konflikten.
Ziel des Projektes ist die Förderung einer interkulturellen Kompetenz zur Verständigung von Deutschen und Migranten. Das Projekt setzt einerseits auf einer lokalen Ebene an, soll aber exemplarisch internationale Kontexte aufgreifen. Damit soll es zugleich als Pilotprojekt aufzeigen, wie eine zivilgesellschaftliche und konfliktfähige Verständigung in einer vielfältigen, multiethnischen und -religiösen Gesellschaft gefördert werden kann. Daher ist das Projekt offen für weitere Initiativen/ Gruppen, die sich diesen Zielen identifizieren können

Bitte wenden Sie sich bei Wünschen nach Interviewpartnern oder ergänzendem Material an Herrn Adnan Keskin, Tel. 0221- 594 89 80, Fax: 0221- 346 92 76, Email: Dogan Akhanli

Ein Projekt von Allerweltshaus in Zusammenarbeit mit der Stiftung “Erinnerung Verantwortung und Zukunft”

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